5. Allgemeine Prinzipien in der Behandlung von Stimmstörungen

Jede Stimmstörung, die länger als drei Wochen andauert, muss einer fachärztlichen Abklärung zugeführt werden. Je nach der zugrunde liegenden Störung werden vom HNO-Arzt bzw. vom Phoniater verschiedene Behandlungsformen angewendet bzw. verordnet. (Tab. 17).
  • Medikamentös: z.B. Antibiotika, Antiphlogistika
  • Chirurgisch: Phonochirurgie
  • Physikalisch: z.B. Inhalationbehandlung; Reizstromtherapie
  • Apparativ: z.B. Elektrolarynx
  • Logopädisch: Stimmübungsbehandlung
  • Psychologisch-psychotherapeutisch: in interdisziplinärer Zusammenarbeit
Tab. 17: Phoniatrisch-logopädische Therapie von Stimmstörungen
  • Medikamentöse Therapie: z.B. Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente.
  • Chirurgische Therapie: z.B. Mikrochirurgische Abtragung eines Stimmlippenpolypen.
  • Physikalische Therapie: z.B. Inhalationbehandlung; Reizstromtherapie bei Stimmlippenlähmungen.
  • Apparative Therapie: z.B. Elektronische Sprechhilfen für Kehlkopflose.
  • Logopädische Therapie: Stimmübungsbehandlung mit dem Ziel der Korrektur der gestörten Stimmfunktion. Hauptanwendungsbereich sind funktionelle Stimmstörungen, daneben ist eine logopädische Therapie aber auch bei der Rehabilitation von organischen Dysphonien (z.B. nach Operationen an den Stimmlippen) vielfach von großem Nutzen.
 
 
Patientin spricht mit Ructus bzw. Ösophagusersatzstimme nach Laryngektomie
  • Psychotherapie: z.B. Ergänzende, psychotherapeutische Maßnahmen bei der Behandlung psychogener Stimmstörungen.
Entsprechend der multifaktoriellen Genese bedarf es für eine erfolgreiche und effektive Therapie von Stimmstörungen in praktisch allen Fällen eines mehrdimensionalen therapeutischen Vorgehens. Es ist die Aufgabe des Phoniaters, aus den zur Verfügung stehenden therapeutischen Möglichkeiten die für den individuellen Fall geeignetsten und effektivsten auszuwählen und in einem Therapieplan zeitlich aufeinander abzustimmen.
Letzte Aktualisierung: 09.07.2014