4.4 Pachydermie und Kontaktulkus

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Abb. 14: Pachydermie und Kontaktulcus

Verhornungen der normalerweise unverhornten Stimmlippenschleimhaut können im hinteren Stimmlippenabschnitt, im Bereich der Processus vocalis der Aryknorpel durch einen "Hammereffekt" entstehen. Die Stellknorpelfortsät­ze schlagen bei hyperfunktionellen Abweichungen zusammen und schädigen die Schleimhaut. Neben Verhornungen können auch Ulcera über dem Processus vocales auftreten. Diese werden nahezu ausschließlich bei Männern im mittleren Lebensalter beobachtet. Auslösend sind wiederum stimmliche Überanstrengung, psychische Stressfaktoren sowie Tabak- und Alkoholabusus. Als weiterer ätiologischer Faktor gilt der gastrooesophageale Reflux. Durch den - vor allem in der Nacht und häufig unbemerkt - über die hintere Kommissur in den Kehlkopf überlaufenden aggressiven Magensaft können neben den Ulcera im Bereich der posterioren Glottis hartnäckige und langdauernde Schleimhautirritationen ausgelöst werden. Nach Ansicht mancher Untersucher ist der gastrooesophageale Reflux auch einer der begünstigenden Faktoren für die Entstehung des Kehlkopfkarzinoms.
Sekundär - organische Veränderungen behindern regelrechte, symmetrische Stimmlippenschwingungen und einen vollständigen Glottisschluss. Es resultiert eine rau-gepresst kli­ngende Stimme mit hohem Luftverbrauch und rascher Ermüdbarkeit der Stimme. Weisen die Veränderungen eine gewisse Größe auf, so ist eine phonochirurgische Entfernung unumgänglich. Diese muss jedoch durch eine logopädische Vor- und Nachbehandlung ergänzt werden, um ursächliche funktionelle Störungen auszugleichen. Unterbleibt diese kombinierte Vorgangsweise, ist mit großer Wahrscheinlichkeit mit Rezidiven zu rechnen.

 

Letzte Aktualisierung: 30.07.2014