2.6 Stimmstörungen bei neurologischen Erkrankungen

Bei praktisch allen zentral-neurologischen Erkrankungen können Heiserkeit und andere pathologische Stimmphänomene als Erst- oder Frühsymptom auftreten. Diese Störungen haben daher vorwiegend differentialdiagnostische Bedeutung. Eine Übersicht gibt Tabelle 12.
Stimmklangveränderungen
Parkinson-Syndrom
Multiple Sklerose
Myasthenie
Amotrophische Lateralsklerose
Abweichungen der mittleren Sprechstimmlage
Nach oben: Dermentia praecox, Parkinsonsche Krankheit
Nach unten: Bulbärparalysen Registerwechsel
Multiple Sklerose
Syringomyelie
Enzephalitis
Apoplexie
Abweichungen in der Prosodik (musische Elemente)
melodische Akzente (Einschränkung der Sprechmelodie bis zur Monotonie)
Parkinson-Syndrom
hereditäre Ataxie
Epilepsie
multiple Sklerose
Fahr'sche Krankheit
Pseudobulbärparalyse
Wilson'sche Krankheit
dynamische Akzente
Makrophonie: Hemiplegie
Mikrophonie: Parkinson-Syndrom
Myasthenie
rhythmische und zeitliche Akzente
Erlöschen des Phonationsantriebs: alle Bulbärerkrankungen
Skandieren: multiple Sklerose
Tonhaltedauer (verkürzt)
Parkinson-Syndrom
Myasthenie
Multiple Sklerose
Intonationsunsicherheit, Tonhöheninkonstanz
Pseudosklerose (Morbus Westphal, Morbus Stümpell)
Progressive Paralyse. Frühsyndrom: Verlust der Wandlungsfähigkeit der Gesangsstimme
Rhinophonie (nasales Timbre)
Frühsyndrom bei Friedrich'scher Ataxie
Alle Bulbärerkrankungen
Myotonia atrophicans
Syringomyelie
Fahr'sche Krankheit
Myasthenie
Multiple Sklerose
Wilson'sche Krankheit
Tabl. 12: Stimmveränderungen bei neurologischen Erkrankungen (nach Stern, 1928)
Letzte Aktualisierung: 21.05.2014