2.5 Kehlkopfverletzungen

Verletzungen am Kehlkopf und an den Stimmlippen können durch äußere Gewalteinwir­kung (Sturz auf den Kehlkopf, Fahrrad-, Autounfall) als äußeres Kehlkopftrauma oder durch Manipulationen im Kehlkop­finneren, z.B. bei der Intubation als inneres Kehlkopftrauma auftreten.
 
Durch die elastisch muskuläre Aufhängung des Kehlkopfes sind schwerere Verletzungen bei äußerer Gewalteinwirkung eher selten. Kommt es zu einer Fraktur des Kehlkopfskelettes, steht häufig die vital-bedrohliche Atemnot im Vordergrund. Leichte Verletzungen sind meist nach einigen Tagen bis Wochen Stimmscho­nung reversibel, nach schwereren Verletzungen können Bewegungsstörungen des Kehlkopfes und/oder laryngotracheale Stenosen resultieren, die ihrerseits aufwendige rekonstruktive Maßnahmen erforderlich machen.
Ein inneres Kehlkopftrauma hat im leichtesten Fall ein Schleimhautödem und eine Hyperämie der Stimmlippen zur Folge. Diese häufigen, intubationsbedingten Folgen sind üblicherweise nach einigen Tagen spontan reversibel. Ist es z.B. infolge einer traumatischen Intubation zu einer Zerreissung muskulärer und elastischer Fasern in der Stimmlippe gekommen, kann daraus eine Glottisschlussinsuffizienz mit bleibender Dysphonie resultieren. Eine Sonderform stellt das Intubationsgranulom dar, bei dem es durch die Scheuerwirkung des Tubus während der Narkose in den ersten postoperativen Tagen zur Entwicklung eines Granuloms über den Prozessus vocales kommt. Typisch ist hierfür eine allmählich zunehmende Heiserkeit nach anfänglich ungestörtem postoperativen Verlauf. Vorwiegend als Folge von Langzeitintubationen kann es zur Ankylose des Cricoaridenoidgelenkes bzw. zu einer Vernarbung in der hinteren Stimmlippenkommissur (Interarytenoidfibrose) mit Immobilisation der Stimmlippen kommen.
Letzte Aktualisierung: 30.07.2014