2.2 Entzündungen des Kehlkopfes

Akute Laryngitis

Die akute Laryngitis tritt üblicherweise im Rahmen einer viralen Infektion der oberen Luftwege auf. Laryngoskopisch zeigen sich gerötete, geschwollene Stimmlippen. Das geänderte Schwingungsmuster verursacht den typischen rauen heiseren Stimmklang, eventuell mit Stimmabbrüchen. Die akute Laryngitis bietet im allgemeinen keine diagnostischen Probleme, jedoch werden nicht selten Rötungen der Stimmlippen, wie sie bei funktionellen und hormonellen Stimmstörungen auftreten können, als Laryngitis fehl interpretiert.
Die akute Laryngitis heilt üblicherweise mit Abklingen des Infektes in ein bis zwei Wochen folgenlos aus. Die wesentliche therapeutische Maßnahme ist die Stimmschonung. Stimmschonung heißt "nicht sprechen". Flüstern ist unbedingt zu vermeiden, da dies zu einer unphysiologischen Kehlkopfbeanspruchung führt. Wenn gesprochen werden muss, dann stimmhaft, aber leise und ohne Druck. Eine stimmliche Überforderung trotz bestehender Laryngitis kann zu tiefgreifenden Schäden der Schleimhaut, Muskulatur oder zum Aufbau funktioneller Stimmstörungen führen und so zum Ausgangspunkt für eine andauernde Stimmstörung werden.
Dieses Video wird von einem Drittanbieter gehostet und zur Verfuegung gestellt. Die Phoniatrie Graz ist nicht verantwortlich fuer Aktivitaeten, welche auf den Seiten des Drittanbieters stattfinden.

Chronische Laryngitis

Als ursächliche Faktoren stehen bei der chronischen Laryngitis exogene Noxen (Nikotin- und Alkoholabusus, trockene, staubige Luft u.a.), Erkrankungen der oberen Luftwege (chronische Sinusitis, chronische Bronchitis) sowie mangelnde Stimm­hygiene im Vordergrund.
Die Behandlung der chronischen Laryngitis ist langwierig und oft unbefriedigend. Wichtig sind regelmäßige HNO-ärztliche und phoniatrische Kontrollen, um insbesondere bei den hyperplastischen Formen mit Leukoplakien und Pachydermien die Entwicklung eines Malignoms rechtzeitig zu erkennen. Von besonderem Wert ist hierbei die stroboskopische Untersuchung, da aus dem geänderten Schwingungsverhalten bei der Stimmgebung eine Tiefeninfiltration frühzeitig zu erkennen ist und damit unnötige Probeexcisionen in vielen Fällen vermieden werden können.
Letzte Aktualisierung: 07.07.2014