2.1 Kehlkopfmissbildungen und angeborene Dysphonien

Lokale Ursachen

  • Diaphragma laryngis
  • Hämangiom
  • Stimmlippenlähmung
  • Laryngomalazie
  • Kehlkopfspalten
  • Kehlkopf-Formanomalien

Allgemeine Ursachen

  • Intrakranielle Blutungen
  • Hirntumoren
  • Meningitis
  • Hydrozephalus
  • Hyperbilirubinämie
  • Asphyxie
  • Kongenitale Hypothyreose
  • Mobus Langdon-Down (Mongolismus)
  • Chromosomenaberrationen (z.B. Cri-du-chat)
  • Myasthenia gravis
  • Kongenitale Muskelatonie (Morbus Oppenheim)
Tab. 3: Angeborene Dysphonien (mod. nach Martin, 1990)
Es handelt sich um angeborenen Veränderungen des Stimmklanges, die entweder mit einem pathologischen laryngealen Organbefund einhergehen oder Hinweise auf - häufig zentrale - Allgemeinerkrankungen geben.
Schwere Missbildungen des Kehlkopfes und des Atemtraktes führen durch die Einengung der Atemwege zu einer unmittelbar nach der Geburt auftretenden hochgradigen Atemnot bzw. sind mit dem Leben nicht vereinbar. Die wesentlich häufigeren geringen Abweichun­gen wie Kehlkopfasymmetrien, Segelbildungen zwischen den Stimmlippen (Synechien), Furchenbildung in den Stimmlippen (Sulcus glottitis) u.a. bedingen eine verminderte Leistungsfähigkeit der Stimme und sind nicht selten Ursache von Stimmproblemen, vor allem in Stimmberufen. Eine effektive Therapie ist oft nicht möglich, sodass die Erkennung solcher Veränderungen vor dem Ergreifen eines Stimmberufes wichtig ist (Tauglichkeitsuntersuchung).
 
Stimmliche Auffälligkeiten, die schon im Säuglingsalter auftreten, können daneben einen Hinweis auf genetische, zerebrale und hormonelle Störungen oder auf eine angeborene Allgemeinerkrankung geben. So finden sich Auffälligkeiten des Säuglingsschreies bei intrakraniellen Blutungen, Hirnturmoren, Meningitis, Kernikterus, Kretinismus und auch Chromosomenaberrationen. Bekannt ist vor allem das Cri-du-chat-Syndrom (= Katzenschreisyndrom), bei dem bereits der Erstschrei des Neugeborenen durch viel zu hohes schrillen an Katzenmiauen erinnerndes Schreien auffällig ist. Auch das Down-Syndrom weist eine cha­rakteristische Phonation mit tiefer, rauher, gepresster und blökender Stimme auf.
Auch schon im Kleinkindesalter können progrediente organische Kehlkopfveränderungen (z.B. juvenile Larynxpapillomatose, Zysten) auftreten. Es gilt daher auch im Kindesalter die Forderung, dass bei jeder langandauernden Heiserkeit eine Laryngoskopie durchgeführt werden muss. Diese ist mit modernen endoskopischen Methoden in jedem Lebensalter und ohne wesentliche Belastung des Kindes durchführbar.
Letzte Aktualisierung: 03.07.2014