Phoniatrie & Logopädie: Was ist das?

Die Phoniatrie (Stimm- und Sprachheilkunde) ist eine sogenannte Fach-Spezialisierung und kann in Österreich im Rahmen einer 2-jährigen Ausbildung zusätzlich zum Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde erworben werden.  

Die Phoniatrie ist die medizinische Disziplin, die sich mit

  • Störungen der Stimme,
  • des Sprechens,
  • der Sprache und
  • des Schluckens

diagnostisch, therapeutisch und wissenschaftlich beschäftigt. 

Die Phoniatrie basiert auf den anatomischen, physiologischen, diagnostischen und therapeutischen Grundlagen der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und anderer medizinischer Gebiete wie: Neurologie, Psychiatrie, Pädiatrie, Kieferchirurgie, Interne Medizin, Chirurgie, Radiologie ebenso wie auf fachbezogenen nicht-medizinischen Disziplinen wie Linguistik, Phonetik, Logopädie, Akustik, Psychologie, Pädagogik, Kommunikationswissenschaften, Informatik. Das Therapiespektrum der Phoniatrie umfasst medikamentöse, prothetische, physikalische, rehabilitative, logopädische sowie chirurgische Verfahren.

 Die Logopädie ist ein diagnostisch-therapeutisches Fach der gehobenen medizinisch-technischen Dienste. Die dreijährige Ausbildung zum "Bachelor of Science in Health Studies" kann an einer Fachhochschule absolviert werden. Die Logopädie ist die Methodenlehre zur Prävention, Beratung, Diagnose, Behandlung und wissenschaftlichen Erforschung von menschlichen Kommunikationsstörungen im verbalen und non-verbalen Bereich und damit in Zusammenhang stehende Störungen und Behinderungen.

Stimme und Sprache sind die wichtigsten zwischenmenschlichen Ausdrucksmittel. Ihre Bedeutung in der modernen Kommunikationsgesellschaft ist kaum zu überschätzen und die Anforderungen an sie nehmen ständig zu. Während der meisten Zeit der menschlichen Geschichte wurden Personen mit Kommunikationsstörungen nicht als behindert angesehen – wichtiger für das Überleben und die Stellung in der Gesellschaft war die körperliche Leistungsfähigkeit.

Auf Grund der engen anatomischen und funktionellen Beziehungen, ergibt sich die Zuständigkeit für ein weiteres, in seiner Bedeutung ständig zunehmendes Aufgabengebiet: die Diagnostik und Behandlung von Schluckstörungen.​

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Letzte Aktualisierung: 04.12.2018