Leitbild der klinischen Abteilung für Phoniatrie

Die Klinische Abteilung für Phoniatrie versteht sich als Dienstleister für eine umfassende und zeitgemäße Repräsentation des Fachgebietes. Dieses beinhaltet die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen von Stimme/Sprechen/Sprache, des Schluckaktes und frühkindlicher Hörstörungen. Unsere eigene Forschungsarbeit kommt unmittelbar den PatientInnen zugute und fließt in die Entwicklung von künftigen internationalen Standards ein. Die Implementierung des bio-psycho-sozialen Krankheitsmodells ist dabei ein elementarer Baustein und bezieht die Fachgebiete Logopädie und Psychologie mit ein. Auf unseren interdisziplinären Fortbildungsveranstaltungen und Kursen geben wir unser Wissen und Erfahrung weiter und binden KollegInnen mehrerer Fachgebiete mit ein.

Neueste Technologien und Techniken verstehen wir als Instrumente, um Diagnostik und Therapie für die PatientInnen so schonend wie möglich zu gestalten. Unser Angebot umfasst sowohl stationäre als auch ambulante Leistungen, wobei wir operativ verstärkt minimal-invasive Methoden anbieten. Dies ermöglicht eine Erweiterung des tagesklinischen Repertoires. Eine Reihe von Erkrankungen, die zuvor eine Vollnarkose benötigten, können nun ambulant behandelt werden. Modernste HD-Endoskope gewährleisten eine noch genauere Diagnose, vereinfachen Untersuchungen für die PatientInnen wesentlich und vermeiden unnötige Eingriffe. Die endoskopisch kontrollierte Schluckuntersuchung hat sich zu einer Standardmethode in der Schluckdiagnostik entwickelt und wird sowohl in unserer Ambulanz, als auch konsiliarisch auf anderen Abteilungen angeboten. Die zur Verfügung stehende Stimmfeldmessung ist ein wichtiges Instrument zur Erfassung und Verlaufskontrolle von Stimmstörungen.

Unser pädaudiologisches Team ermöglicht eine umfassende Abklärung frühkindlicher Hörstörungen. Besondere Beachtung findet dabei die Gruppe der sog. Risikokinder, also jener Kindern die ein erhöhtes Risiko haben später an einer Hörstörung zu erkranken. Unsere Bemühungen gehen dahin eine möglichst frühzeitige Versorgung und somit altersentsprechende Entwicklung zu gewährleisten.

Universitäre Forschung auf höchstem internationalem Niveau sehen wir als ureigenste Aufgabe. Schwerpunkte sind Therapien die auf den Prinzipien des Tissue Engineering beruhen, begleitet von modernsten molekularbiologischen Ansätzen, um Erkrankungen der Stimmlippen kausal zu verstehen. Unsere Forschungseinheit iDN (interdisciplinary Devolopmental Neuroscience) erforscht die Rolle „funktioneller Biomarker“ (z.B. frühe Lautäußerungen etc.), um Entwicklungsstörungen bei Kindern in Zukunft früher erkennen und Verlaufsdeterminanten bestimmen zu können. Die Forschungsschwerpunkte liegen hier auf der Früherkennung von Autismus Spektrum Störungen und seltenen genetischen Erkrankungen wie Rett-Syndrom oder Fragiles X-Syndrom.​

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Letzte Aktualisierung: 04.12.2018