Tumorbehandlung

Kopf- und Halstumoren

Ein besonderes Anliegen der Klinik ist die Früherfassung maligner Tumore im Kopf-Halsbereich, wozu modernste diagnostische, endoskop- und mikroskopgestützte Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Die Früherfassung und die Funktionserhaltung der entsprechenden Organsysteme sind ein wesentliches Anliegen.

Eine besonders enge Kooperation besteht mit der Klinischen Onkologie der Medizinischen Universitätsklinik, sowie dem Strahlentherapiezentrum: Im interdisziplinären Onko-Board wird die Behandlung und Betreuung von Patienten mit malignen HNO-Erkrankungen koordiniert.

Definition

Unter Kopf- und Halstumoren werden unterschiedliche Hauttumoren der Kopf- und Halsregion und alle Schleimhautkarzinome von Lippe, Nasenhaupt- und Nebenhöhlen, Mundhöhle, Mund-, Nasen- und Schlundrachen sowie dem Kehlkopf verstanden. Weiters fallen auch Tumoren der Speicheldrüsen unter diese Definition.


Ursachen

Die Malignome des Kopf- und Halsbereiches sind multifaktoriell bedingt. Manche Patienten bekommen einen bösartigen Tumor („Karzinom“) der Kopf- und Halsregion ohne ersichtlichen Grund. Allerdings erhöhen bestimmte "Risikofaktoren" die Chance auf eine Krebserkrankung. Die drei wichtigsten Risikofaktoren sind Rauchen, Alkohol und eine Infektion mit dem Humanen Paillomavirus (HPV).


Diagnose

Auffällige Veränderungen der Schleimhaut (oder Haut) der Kopf-und Halsregion müssen biopsiert werden. Falls es sich um ein Malignom handelt, liegt in über 90% der Fälle  ein Plattenepithelkarzinom vor. Bei bösartigen Tumoren der Kopf- und Halsregion müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um die Größe des Tumors und die Metastasierung in die umgebenden Halslymphknoten oder in weiter entfernte Organe (häufig Lunge) zu erfassen: Computertomographie der Kopf- und Halsregion und des Thorax u/o eine PET-CT u/o eine Kernspintomographie  (MRT) dieser Region.


Panendoskopie

Weiters wird eine Panendoskopie, also eine Endoskopie der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfes, der Speiseröhre und der Luftröhre in Allgemeinnarkose durchgeführt um die Größe und Ausdehnung des Tumors direkt zu inspizieren, zu biopsieren und auch, um einen Zweittumor der Kopf- und Halsregion auszuschließen.


Tumorboard

Im Anschluss an die diagnostischen Untersuchungen erfolgt die Besprechung jedes einzelnen Erkrankungsfalles im interdisziplinären Tumorboard für Kopf-Halsmalignome des Comprehensive Cancer Centers der Medizinischen Universität Gaz. Hier erfolgt unter Beteiligung der Kliniken und Abteilungen für Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen (HNO), Mund-, Kiefer- und Gesichtchirurgie (MKG), internistische Onkologie, Strahlentherapie,  Pathologie und Radiodiagnostik und Nuklearmedizin die Festlegung einer Therapieempfehlung und die Erstellung eines Behandlungsplanes.


Behandlungsplan

1) Frühe Kopf- und Halskarzinome

Frühe Karzinome werden üblicherweise chirurgisch therapiert. Die Operation des Tumors kann mit dem Skalpell, der Elektronadel oder dem CO2 – Laser unter Einhalten eines entsprechenden Sicherheitsabstand (0,5 cm-1cm) erfolgen. Bei frühen Tumorstadien erfolgt in der Regel ein direkter Wundverschluß


2) Fortgeschrittene Kopf- und Halskarzinome

a) Chirurgie mit postoperativer Behandlung

Fortgeschrittene, aber operable, Karzinome erlauben oftmals keinen primären Verschluss der Wundhöhle nach Tumorextirpation. Hier erfolgt die Deckung des Defektes mit einem freien mikrovaskulären Gewebstransfer. Bei unauffälliger postoperativer Wundheilung beginnt nach ungefähr vier Wochen die postoperative Behandlung mit einer Strahlentherapie oder einer Strahlentherapie kombiniert mit einer Chemotherapie.

b) primäre Radiochemotherapie

Bei fortgeschrittenen, inoperablen  Karzinomen erfolgt eine konkomitante Radiochemotherapie oder, bedingt durch Alter oder internistische Kontraindikationen, eine Radioimmuntherapie. In Studien kommen auch Induktionsradiochemotherapien zum Einsatz.


Nachsorge

Die Nachsorge unserer PatientInnen nach Tumorbehandlung erfolgt im Rahmen der Tumornachsorgesprechstunde, da nur durch eine regelmäßige Nachsorge ein erneutes Tumorwachstum rechtzeitig erkannt werden kann. Hier führen wir eine hno-ärztliche Untersuchung durch, weiters erfolgt eine Ultraschall-Untersuchung des Halses. Entsprechende radiologische Untersuchung mittels CT, MRT oder PET-CT werden hier vereinbart.

Letzte Aktualisierung: 14.08.2018