Über uns

Im Sommer des Jahres 2000 konnte die neu fertiggestellte HNO-Universitätsklinik bezogen werden. Sie stellt derzeit sicher die best ausgerüstete HNO im deutschsprachigen Raum, wenn nicht sogar Europas, dar und beherbergt in drei Krankenstationen insgesamt 95 Betten in freundlichen hellen Zimmern, deren Komfort sich mit jedem privaten Krankenhaus und Sanatorium messen kann.

Die klinischen Abteilungsleiter, 26 ÄrztInnen, über 110 Pflegepersonen betreuen pro Jahr über 28.000 PatientInnen ambulant und 5.500 PatientInnen stationär. Über 3.300 Narkoseeingriffe erfolgen pro Jahr in den modernst ausgestatteten neuen OP-Sälen. Dabei werden alle Erkrankungen der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie sowie ihre Grenzgebiete diagnostiziert und therapiert.

Ein besonderes Anliegen der Klinik ist die Früherfassung maligner Tumore im Kopf-Halsbereich, wozu modernste diagnostische, endoskop- und mikroskopgestützte Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Die Endoskopie der Speise- und Luftwege gehört ebenso zum Aufgabenbereich, z. B. bei Stenosen im Kehlkopf oder angrenzenden Luftröhrenbereich, der Speiseröhre, aber auch die Entfernung diverser Fremdkörper aus diesen Arealen.
Auch Geschwülste der Speicheldrüsen und Veränderungen von Lymphknoten im Kopf-Halsbereich werden therapiert.

Wo erforderlich erfolgen Eingriffe nach plastisch-rekonstruktiven Kriterien. Im Rahmen der ästhetischen Chirurgie nimmt das Team operative Korrekturen an Nase, Ohren, Gesicht und Hals vor, sei es aus kosmetisch funktioneller Indikation, bei Fehlbildungen oder zur Rekonstruktion nach ausgedehnten Tumoroperationen.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Behandlung von Erkrankungen der Nase, der Nebenhöhlen und der angrenzenden vorderen und mittleren Schädelbasis einschließlich der Augenhöhle. Durch Entwicklungsarbeit an der Klinik ist es möglich geworden, mit minimal invasiven endoskopischen Eingriffen die Radikalchirurgie für entzündliche Nebenhöhlenerkrankungen weitestgehend abzuschaffen.

Posttraumatische Veränderungen, die mit Hirnhautdefekten und Liquorabfluss einhergehen, können zum Großteil ebenfalls rein endoskopisch transnasal erhoben werden. Durch die Einführung bildgestützter intraoperativer Navigation seit über zehn Jahren bestehen nun auch Möglichkeiten, endoskopisch-operative Eingriffe bei Tumoren der vorderen Schädelbasis durchzuführen. So ist die Klinik international federführend bei endoskopischen Hypophysenoperationen, die ebenso wie transnasale intracranielle Eingriffe in Kooperation mit den Neurochirurgen durchgeführt werden.

Im "Schnarchlabor" sind Untersuchungen zum "obstruktiven Schlafapnoesyndrom" und im Bedarfsfall entsprechende konservative oder operative Maßnahmen möglich.

In der Allergieambulanz lassen sich jährlich über 2.000 PatientInnen austesten und einer Therapie zuführen. Über die akustische Rhinometrie bzw. die Rhinomanometrie werden die diagnostischen Grundlagen zur Beurteilung von Druck und Strömungsverhältnissen bei Atemwegserkrankungen im Bereich der Nase gemessen (Klinische Abteilung für Allge- meine HNO.

In der ursprünglichen "Ohrenklinik", der Klinischen Abteilung für Allgemeine HNO, an der vor über 120 Jahren die weltweit erste Otoskleroseoperation durchgeführt und die Lärmschwerhörigkeit erforscht wurde, werden auch heute schwerpunktmäßig gehörverbessernde Ohroperationen ausgeführt. Unter dem Operationsmikroskop werden mit äußerst feinen mikrochirurgischen Eingriffen z. B. Trommelfellperforationen verschlossen (Myringoplastik), Cholesteatome entfernt und die Gehörknöchelchenkette wieder aufgebaut (Tympanoplastik) oder bei Otosklerose die Schallleitungskette überhaupt erneuert (Stapesplastik).
Der Einsatz eines speziellen Lasers ermöglicht hier besonders punktgenaues Arbeiten. Falls notwendig, können winzige Prothesen aus Keramik, Kunststoff oder Gold als Gehörknöchelchenersatz eingebaut werden. Zur Diagnostik von Hörstörungen und Ohrgeräuschen werden Ton- und Sprachaudiometrien, überschwellige Tests, Tympanometrien, Simulationsproben und objektive Computeruntersuchungen (Hirnstammaudiometrie, Otoakustische Emissionen) durchgeführt.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei in der Erfassung und Behandlung von Hörstörungen bei Neugeborenen und Kindern (Pädaudiologie) sowie der Anpassung von Hörgeräten. Pro Jahr lassen sich rund 12.000 PatientInnen mit Gehörschäden/Ohrgeräuschen untersuchen und behandeln.
In der Vestibulometrie können alle Arten von Gleichgewichtsstörungen und Schwindel (mittels Pendelprüfung, Stabilometrie-Plattform) sowie Hirnnervenlähmung (z. B. Facialisparese) und Durchblutungsstörungen des Innenohres diagnostiziert, ambulant und/oder stationär durchuntersucht und behandelt werden.
Auch Tumore der seitlichen Schädelbasis werden in enger Zusammenarbeit mit Radiologen und Neurochirurgen diagnostiziert und operiert (Klinische Abteilung für Neurootologie).

Die Klinische Abteilung für Phoniatrie beschäftigt sich mit der Diagnostik, Behandlung und Erforschung von Störungen der Stimme, des Sprechens, der Sprache aber auch des Schluckens. Jährlich führt das Team etwa 10.000 Behandlungen durch. Die Krankheitsbilder sind vielfältig und umfassen Störungen der Stimme durch falschen Stimmgebrauch, fehlerhafte Sprechtechnik oder stimmliche Überforderung, akute und chronische Entzündungen, Lähmungen, Tumore, Funktionsstörungen nach (Tumor-)Operationen, Störungen der Sprachentwicklung bei Kindern, Stottern, Poltern, Sprach- und Sprechstörungen bei neurologischen Erkrankungen (Aphasie, Dysarthrie), Näseln sowie Störungen der Schluckfunktion.
Die moderne Diagnostik erfolgt vor allem durch video-endoskopische Untersuchungen der Stimm-, Sprech- und Schluckorgane. Computerunterstützte Erfassung der Stimmlippenschwingungen sowie die Analyse des Stimm- und Sprachschalls ermöglicht eine präzise und therapieorientierte phoniatrische Diagnostik.
Einen Schwerpunkt der Abteilung stellt die stimmverbessernde Chirurgie - sog. Phonochirurgie - dar. Mit modernsten mikroskopischen und endoskopischen Techniken sowie verschiedenen Laserarten können damit minimal-invasive, mikrochirurgische Eingriffe an den Stimmlippen zur Verbesserung der Schwingungsfähigkeit oder zur Abtragung von Tumoren bzw. zur Entnahme von Gewebsproben vorgenommen werden. Für die Stimmwiederherstellung bei Stimmlippenlähmungen wurde ein eigenes Stimmlippenimplantat aus Titan entwickelt, welches nach Patentierung und Zulassung auch in Amerika nun weltweit in Verwendung steht.

Eine besonders wichtige Rolle in der Behandlung phoniatrischer Erkrankungen kommt der logopädischen Übungstherapie zu, welche ein Team hoch qualifizierter diplomierter Logopädinnen durchführt. Für die speziellen Aufgaben der Universitätsklinik in Forschung und Lehre stehen großzügige räumliche Ausstattung und modernste audiovisuelle Einrichtungen zur Verfügung. Diese eröffnen für den studentischen Unterricht und die postpromotionelle ärztliche Ausbildung zukunftsweisende Möglichkeiten.

Letzte Aktualisierung: 12.06.2014